Inflation schadet der Volkswirtschaft

Die US-Notenbank hat den ordnungspolitischen Grundsatz „Inflation schadet der Volkswirtschaft" in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt und eine Blasenbildung zugelassen, als sie den Banken Geld zu Niedrigstzinsen gab. Ist die dadurch entstandene Blase auf dem Immobilienmarkt ein Beispiel für ein klares Staatsversagen?

LiquiditaetsschwemmeViele Experten machen die US-amerikanische Notenbank Fed für die Immobilienkrise verantwortlich: Diese habe durch die Politik des leichten Geldes am Anfang des Jahrzehnts den Boom auf den Märkten ausgelöst, der Ende 2008 sein abruptes Ende fand.

Alan Greenspan, Vorsitzender der Fed von 1987 bis 2006, ist sich keiner Schuld bewusst. In einem Interview mit der ZEIT bestreitet er den Zusammenhang zwischen niedrigen Zinsen und dem Verfall der Immobilienpreise: „Es gibt keinen Mechanismus, der nahe legt, dass die amerikanische Geldpolitik und die von ihr festgelegten Zinssätze für Geld, das einen Tag lang ausgeliehen wird, diese langfristigen Zinsen beeinflussen."

Diverse Studien legen allerdings nahe, dass es sehr wohl Zusammenhänge zwischen Immobilienpreisen, Inflation und Gesamtwirtschaft gibt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat im Rahmen ihrer Studie „Immobilienpreise im Auf und Ab der Konjunktur" festgestellt, dass ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus in acht von zehn europäischen Ländern zu fallenden Preisen für Immobilien geführt hat.

Für diese auf den ersten Blick paradoxe Entwicklung könnten ausgerechnet die Zentralbanken verantwortlich sein: Bei höherer Inflation zögen sie die Zinszügel straff. Dadurch steigen die Finanzierungskosten, so das IW, die Nachfrage nach Immobilien geht zurück und somit auch ihr Preis. Wenn aber Zinsen, Konjunktur und Inflation die Immobilienpreise beeinflussen, hat das Auf und Ab der Immobilienpreise umgekehrt auch Folgen für die Wirtschaft - eben über den Vermögenseffekt.

Preisstabilität sichert sozialen Frieden